Das Neufert Haus

Als Ernst Neufert 1926 aus Dessau nach Weimar zurückkehrt, braucht er ein geräumiges Heim für seine Familie. Außerdem möchte er ein eigenes Architekturbüro gründen.

In Gelmeroda hoch über Weimar findet er das richtige Grundstück für sein Vorhaben.

Ernst Neufert baute sich dort ein zweigeschossiges Wohn- und Atelierhaus unter dem Einfluss der Lehre des Bauhauses im Jahr 1929. Es wurde als Holzversuchshaus und als Prototyp einer geplanten Holzhausserie im Meter-Raster auf 10 x 10 Meter konzipiert und in nur sechs Wochen errichtet.

Moderne Architektur, hohe Funktionalität, wirtschaftliche und ökologische Ausführung und Unterhaltung waren die Grundlagen des Entwurfs.

Neben dem „Haus am Horn“ ist es das einzige unmittelbar in Weimar gebaute Zeugnis des Bauhauses.

Nach mehreren Besitzerwechseln kam das in Vergessenheit geratene Anwesen nach der Wende 1991 wieder in die Obhut der Familie Neufert. Es wurde aufwändig restauriert und in seinen Urzustand versetzt. Heute beherbergt das Haus die Neufert-Stiftung und Transferzentrum Design der Bauhaus Universität Weimar.